Veranstaltungen - Aktionen

©R. Sawicki

 

Hans GĂŒnter Thorwarth, Erstunterzeichner des Frankfurter Aufrufs, wurde am 4. Juni 2014 in der Frankfurter Neuen Presse ausfĂŒhrlich im PortrĂ€t behandelt:

"GrÀber und DenkmÀler in Frankfurt - Der Erste Weltkrieg lÀsst ihn einfach nicht los"

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Der-Erste-Weltkrieg-laesst-ihn-einfach-nicht-los;art675,881782


Dokumentation: Brief an BundesprÀsident Gauck zum Gedenken an den 1. Weltkrieg

Initiative „Frankfurter Aufruf 1914-2014“

Frankfurt am Main, 4. MĂ€rz 2014

An Herrn
BundesprÀsident Joachim Gauck
BundesprÀsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin

Sehr geehrter Herr BundesprÀsident Gauck,

vor 100 Jahren, im Sommer 1914, begann der 1. Weltkrieg, der fĂŒr unser Land einen so opferreichen und verhĂ€ngnisvollen Verlauf nahm. Millionen deutsche Soldaten sind bis zum Kriegsende 1918 gefallen, wurden verwundet, viele fĂŒr ihr gesamtes Leben geschĂ€digt und traumatisiert. Auch die Zivilbevölkerung erlitt schweres Leid durch Not, Hunger und Krankheiten.

Es leben nur noch ganz wenige Menschen, die sich bewusst an diese Zeit erinnern können, doch leben die Nachkommen all derer, die Zeitgenossen und Opfer des 1. Weltkriegs waren. Wir sind diese Nachkommen, auch Sie gehören dazu. Nicht jeder dieser Nachgeborenen verspĂŒrt die Neigung oder fĂŒhlt sogar die Notwendigkeit, sich an das Schicksal seines Landes und seiner Vorfahren im 1. Weltkrieg zu erinnern.

Wir aber tun es – mit Achtung, Trauer und Wehmut, aber auch Dankbarkeit fĂŒr all jene, die im Vertrauen, in PflichterfĂŒllung und in der Zuneigung zu ihrem Vaterland ihr Leben riskieren und in so schrecklich vielen FĂ€llen auch opfern mussten. Unser Anliegen ist es, der Opfer unserer Nation im 1. Weltkrieg ebenso angemessen und wĂŒrdevoll zu gedenken wie das alle anderen an diesem Kriege beteiligten Nationen im Sommer 2014 auch tun werden.

Gerade weil Deutschland nach bitterem Ringen 1918 kapitulieren musste, also einer der Verlierer des 1. Weltkrieges war, haben wir Nachgeborenen eine besondere sittliche Verpflichtung, in diesem Sommer des Jahres 2014 mit einem Staatsakt die eigenen Opfer zu ehren. Dies soll selbstverstĂ€ndlich in Respekt vor den Opfern unserer ehemaligen Feinde und in großer Freude ĂŒber die Versöhnungen der Gegenwart erfolgen.

Wir fordern Sie hiermit auf, Herr BundesprĂ€sident, die Vorbereitungen fĂŒr diesen Staatsakt in die Wege zu leiten. Wir heutigen Deutschen sind es den gefallenen Soldaten und Zivilopfern unseres Volkes schuldig, ihrer mit Ehrfurcht, Respekt und Dankbarkeit zu gedenken. Dieses staatliche Gedenken zu organisieren und zu reprĂ€sentieren ist die sittliche Pflicht der politischen ReprĂ€sentanten Deutschlands.

Sie, Herr BundesprĂ€sident, sind besonders gefordert, dieser sittlichen Pflicht zu genĂŒgen. Wir bitten Sie um Mitteilung, wann, wo und wie dieser Staatsakt stattfinden wird.

FĂŒr den allerdings nur schwer vorstellbaren Fall, dass unsere staatlichen ReprĂ€sentanten, also auch und besonders Sie, keinen zentralen Staatsakt der Ehrung und Erinnerung beabsichtigen sollten, sagen wir Ihnen schon heute: Wir, die Initiatoren des diesem Schreiben beigefĂŒgten „Frankfurter Aufrufs“, werden auf jeden Fall in diesem Jahr 2014 der eigenen deutschen Opfer des 1. Weltkriegs gedenken. Und wir werden zusammen mit vielen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern alles unternehmen, um in wĂŒrdiger Form auch mit einer zentralen nationalen Veranstaltung der gefallenen deutschen Soldaten und Zivilopfer zu gedenken.

Sehr geehrter Herr BundesprÀsident, Ihrer baldigen Antwort sehen wir mit der Hoffnung auf positiven Bescheid entgegen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen im Namen des „Frankfurter Aufrufs“

Wolfgang HĂŒbner

(Ein Großvater im 1. Weltkrieg gefallen)

 


01. MĂ€rz 2014

Frankfurter Aufruf startet in das Gedenkjahr 2014

Die Initiatoren des Frankfurter Aufruf 1914-2014 beginnen den Appell mit Leben zu fĂŒllen. Eine Begehung des Kriegsopfer-Ehrenmals auf dem Frankfurter Hauptfriedhof wurde genutzt, um sich einen Eindruck vom baulichen, denkmalschĂŒtzerischen und allgemeinen Zustand des Denkmals sowie der umliegenden GrĂ€berfelder zu machen.

WeiterfĂŒhrende Informationen zum Kriegsopfer-Ehrenmal auf dem Frankfurter Hauptfriedhof:

“Im November 1928 wurde das Ehrenmal fĂŒr die im Ersten Weltkrieg gefallenen, vermissten oder nachtrĂ€glich verstorbenen Frankfurts eingeweiht. Das Denkmal wurde von Architekt Hermann Senf in Form einer oben offenen Rotunde mit Wassergraben aus schwarzem Basaltstein gestaltet. Im Inneren des Bauwerks befindet sich die Figur eines liegenden, toten Soldaten nach einem Entwurf von Paul Seiler. An den InnenwĂ€nden sind steinerne SchriftzĂŒge fĂŒr die im Krieg beteiligten Regimenter eingemeißelt.
Das Denkmal ist Bestandteil des Ehrenfriedhofs, auf dem ursprĂŒnglich 1.625 deutsche Soldaten und 41 russische und serbische Kriegsgefangene bestattet wurden (schwarze Kreuze). Sie sind meist in den 122 Lazaretten verstorben, die es wĂ€hrend des 1. Weltkrieges in Frankfurt gab.”

Quelle:
http://www.denkmalprojekt.org/2013/frankfurt-main_hptfriedhof_kriegsopferehrenmal_hs.html , Stand: 5.3.2014